Zur Förderung der Selbsthilfe, der Sicherung von Teilhabe, der Gewährleistung von Inklusion und der Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung ist die LAG SH Sachsen Träger oder Initiator diverser Projekte und Programme.

 

1. Aktuelle Projekte

Inklusionsnetzwerk Sachsen

Die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e. V. (LAG SH Sachsen) hat das vom Freistaat Sachsen geförderte Projekt „Inklusionsnetzwerk Sachsen“ im Mai 2016 gestartet. Im Rahmen dieses Netzwerkes werden verschiedenste Akteure, Entscheider, Multiplikatoren und Betroffene – und damit Menschen mit und ohne Behinderungen und chronische Erkrankungen – aus unterschiedlichen Bereichen wie Kultur, Bildung und Verwaltung zusammengebracht.

Über diesen freiwilligen und kostenfreien Zusammenschluss werden u. a. regionale wie auch sachsenweite Begegnungsmöglichkeiten für einen branchenübergreifenden Wissens- und Erfahrungsaustausch geboten, es können neue Kontakte und Kooperationen entstehen oder neue inklusive Projekte und Initiativen angeregt und unterstützt werden. Hierdurch will das Inklusionsnetzwerk Sachsen nicht zuletzt auf eine tatsächliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in den sächsischen Regionen hinwirken. Auch die Bewusstseinsbildung für Inklusion steht hierbei mittels einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit, Schulungen und der Kampagne „Gesichter der Inklusion“ im Fokus.

Das Projekt wird gefördert durch den Freistaat Sachsen.

www.inklusionsnetzwerk-sachsen.de

Fachstelle Teilhabekoordination

Die Fachstelle hat sich zum Ziel gesetzt, das Leben von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen im Freistaat Sachsen zu verbessern. Durch „Inklusion von unten“, qualitätsgerechter Mitwirkung in der Politik und Gesprächen auf gleicher Augenhöhe soll Teilhabe und Gleichstellung erreicht und nachhaltig sichergestellt werden.

Weiterhin unterstützt die Fachstelle die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) sowie des Aktionsplans Sachsens in der Politik und tritt dafür ein, dass die festgelegten Maßnahmen und Ziele unter Einbeziehung relevanter Akteure umgesetzt werden.

Die Fachstelle Teilhabekoordination ist in den sechs Handlungsfeldern Bildung, Arbeit, Mobilität, Gesundheit, Wohn- & Sozialraum und Gesellschaftliche Teilhabe aktiv. Dabei nimmt sie vor allem eine vermittelnde bzw. vernetzende Rolle ein. Sie ist Empfänger externer Anliegen oder erkennt Trends und Handlungsbedarfe selbst. In Abstimmung und Zusammenarbeit mit der LAG SH Sachsen, der Einbindung von Expertisen aus den Projekten sowie spezifischer externer Unterstützung werden lösungsorientierte Vorhaben initiiert und Ziele gemeinsam verfolgt.

Die Fachstelle ist außerdem Ansprechpartnerin für sozial- und gesundheitspolitische Themen. Je nach Tiefe der Thematik ist sie in der Lage, an Experten zu vermitteln oder selbst Auskunft zu geben.

Das Projekt wird gefördert durch den Freistaat Sachsen.

www.teilhabekoordination-sachsen.de

2. Abgeschlossene Projekte

Projekt Handicap – (k)ein Hindernis? Curriculum zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen im Freistaat Sachsen

Das Projekt „Handicap – (k)ein Hindernis?“ richtet sich an Unternehmensbetreuer in der sächsischen Industrie- und Handelskammer, den Handwerkskammern und den Personalverantwortlichen von Unternehmen und kleinen Betrieben.

Aufgabe ist es, den Unternehmern Informationen und Bildungsangebote bereitzustellen, die das Beschäftigen von Menschen mit Behinderung erleichtern. Im Gesamten ist ein Curriculum – ein Regelwerk in digitaler Form – für Unternehmen als auch für Schwerbehindertenvertretungen und interessierte Menschen entstanden.

Es wurde ein Internetportal für die Zielgruppe geschaffen, das themenspezifisch, einfach zugängliche und sachorientierte Informationen bereithält. Folgende Module sind abrufbar:

  1. Überblick
  2. Menschen mit Behinderung
  3. Rechtliche Rahmenbedingungen
  4. Beratungs- und Fördermöglichkeiten
  5. Betriebliches Gesundheitsmanagement
  6. Inklusives Unternehmen

Im Vordergrund des Projekts stehen die Realisierung der zentralen Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention im Freistaat Sachsen und die Beförderung eines freien und gleichberechtigten zugänglichen Arbeitsmarktes für Menschen mit Behinderungen.

Die Projektlaufzeit begann im April 2013 und endete im Dezember 2015. Das Projekt wurde aus Mitteln des Freistaates Sachsen gefördert.

https://www.handicap-kein-hindernis.de/

Fallsucht

Am 3. Dezember 2020 erschien das autobiografisch-theatrale Solo-Stück „Fallsucht“ des Kollektivs schaefer||scherpinski auch auf der Videoplattform VIMEO.

Der etwa 30-minütige Film der Theatermacherinnen Annika Schäfer und Lara Scherpinski beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Stigmata von Erkrankungen, mit Normalität und Andersartigkeit sowie mit der politischen Aufarbeitung von Euthanasie.

Mit „Fallsucht“ schafft schaefer||scherpinski ein eindrucksvolles Werk, das dem Wahn um den gesunden Menschen kritisch begegnet. Ausgehend von der Familiengeschichte und Epilepsieerkrankung der Performerin Lara Scherpinski zeigt der Film den eigentlich unbeschreiblichen inneren Zustand einer an Epilesie erkrankten Person in Tanz, Sprache und Bild. Die Bühne wird zum Ort, der analog als Spiegel für den Deutungsraum Körper fungiert; Lara Scherpinskis Körper und dessen Biografie werden zum geteilten Raum, den die Zuschauer:innen erleben und dem sie begegnen können.

Die Mischung aus persönlichen Geschichten und literarischen Texten erschafft ein Gesamtkunstwerk, das nicht nur Menschen mit Epilepsie bestärkt, sondern jede Form von „Andersartigkeit“ in unserer Gesellschaft aufnimmt und Menschen ungeachtet ihrer vermeintlichen Abweichungen von normativen Vorstellungen zusammenführt.

Der Film ist in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e.V. entstanden und wurde gefördert durch die Techniker Krankenkasse.

Die Inszenierung war eine Kooperation der Cammerspiele Leipzig und der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Die Kunststiftung Baden-Württemberg, die Stiftung Erlebnis Kunst, das Kulturamt der Stadt Leipzig, die LEIPZIGSTIFTUNG und die IKK classic unterstützten das Projekt ebenfalls.

https://vimeo.com/486012378

3. Kompetenz- und Beratungsstelle

Kompetenz- und Beratungsstelle barrierefreies Planen und Bauen

Die Möglichkeit zur selbstständigen Teilhabe der Bürger am gesellschaftlichen Leben erfordert eine barrierefreie Umwelt. Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung sind in besonderem Maße darauf angewiesen.

Die Beratungsstelle barrierefreies Planen und Bauen setzt sich in Übereinstimmung mit dem Behindertengleichstellungsgesetz, dem Sächsischen Inklusionsgesetz sowie dem Sozialgesetzbuch IX und dem von der Deutschen Bundesregierung unterzeichneten Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen dafür ein, bestehende Barrieren abzubauen und neuen zu begegnen.

Im Zentrum stehen dabei öffentliche Gebäude, das persönliche Wohnumfeld, der öffentliche Personenverkehr, der Freizeit-, Sport- und Reisebereich sowie Information und Kommunikation.

Objektiver Maßstab der Bewertung von Barrierefreiheit sind u. a. die als Liste der Technischen Baubestimmungen eingeführten   DIN 18065 sowie die Planungsgrundlagen für Barrierefreies Bauen DIN 18040 Teil 1 und 2 als Bestandteil der Sächsischen Bauordnung.

Neben baulichen Möglichkeiten zum Abbau von Barrieren wird auch hinsichtlich deren Finanzierungsmöglichkeiten beraten.

Auf fachlicher Ebene wird zudem eng mit dem LSKS e.V. , speziell dem Projekt „ÖPNV/ SPNV für alle“  zusammengearbeitet.

Das Kompetenz- und Beratungszentrum wird gefördert von der »Stiftung Sächsische Behindertenselbsthilfe – Otto Perl«

Dem Kompetenzzentrum ist fachlich zudem die Beratungsstelle zur Richtlinie Wohnraumanpassung angegliedert.

4. Initiator und Unterstützer

ÖPNV/SPNV für alle (LSKS)

Ein Programm des Landesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e. V. (LSKS) im Auftrag der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e. V. (LAG SH) und ihrer Mitgliedsvereinigungen zur Förderung der Mobilität von Menschen mit Behinderung

Auf der Basis des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG), des Neunten Buches Sozialgesetz (SGB IX), des Sächsischen Inklusionsgesetzes, der UN-BRK und der Forderungen von Menschen mit Behinderung soll der ÖPNV/SPNV im Freistaat Sachsen und in seinen Regionen schrittweise so gestaltet werden, dass die Barrierefreiheit für alle Linien, Fahrzeuge, Haltepunkte und die zugehörigen Informationen durchgesetzt wird. Dazu unterstützt und begleitet der LSKS im Auftrag der LAG SH Sachsen u. a. die Realisierung folgender Schritte und Einzelmaßnahmen:

  • Barrierefreie Erreichbarkeit der Haltepunkte, Bahnhöfe und Bahnsteige vom öffentlichen Verkehrsraum;
  • barrierefreie Wechselmöglichkeit von einem zum anderen Verkehrsmittel;
  • barrierefreie Bereitstellung von Informationen zum ÖPNV/SPNV sowie am und im Verkehrsmittel;
  • Gewährleistung der sicheren Beförderung von mobilitätsbehinderten Fahrgästen, insbesondere von Fahrgästen im Rollstuhl
  • Umsetzung der Barrierefreiheit als Zielstellung und Teilaufgaben zum „ÖPNV/SPNV für alle“ in den Nahverkehrsplänen;
  • Mitwirkung an der objektkonkreten Gestaltung von Zugangsstellen und Umsteigebeziehungen und Linienführungen;
  • Mitwirkung an der Konzipierung und Erprobung neuer Fahrzeugtypen unter dem Aspekt der Barrierefreiheit;
  • Mitarbeit an Konzeptionen zur Vernetzung und Optimierung von Sonderverkehrsmitteln mit dem ÖPNV/SPNV.

Im Zeitraum 2019-2021 werden die anteiligen Aufgaben des Gesamtprogramms in der Region Dresden/Ostsachsen/Niederschlesische Oberlausitz und in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen in Form des Projektes „ÖPNV/SPNV für alle – Weichenstellung für 2022 in Sachsen“ realisiert.

Das Projekt „ÖPNV/SPNV für alle – Weichenstellung für 2022 in Sachsen“ wird gefördert durch den Freistaat Sachsen, die Rentenversicherung Mitteldeutschland und die Gesetzlichen Krankenkassen.

https://www.selbsthilfenetzwerk-sachsen.de/index.php?menuid=158