Um die Selbsthilfe für Menschen mit Migrationsgeschichte weiter zu öffnen, ist es von großer Wichtigkeit Angebote zu schaffen, die sich speziell an diese Zielgruppe richten. Im Rahmen des Projekts „Menschen mit Migrationshintergrund für den Austausch in der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe erreichen“ wurde deshalb eine Online-Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die im ersten Quartal 2024 stattfindet. Es handelt sich hierbei um vier separate Kurse, die sich mit unterschiedlichen Themen befassen. Im Zentrum aller Kurse steht aber das Empowerment von Menschen mit Migrationsgeschichte.

Die vier Online-Kurse werden jeweils am späten Nachmittag stattfinden und richten sich ausschließlich an Menschen mit Migrationsgeschichte, wobei alle Kurse kostenlos sind.

Der Kurs setzt sich aus den folgenden vier Modulen zusammen:

 

15. Januar 2024: Women´s Empowerment Kurs („WenDo“) (16:00 – 20:00)

„WenDo“ basiert auf der Idee, dass sich Frauen und Mädchen Ihrer eigenen Stärke bewusst sind und diese nutzen, um sich selbst zu verteidigen. Es beinhaltet sowohl physische Techniken zur Abwehr von Angriffen als auch mentale Schulungen, die darauf abzielen, das Bewusstsein für potenzielle Gefahren zu schärfen und die Fähigkeit zu stärken, in gefährlichen Situationen angemessen zu reagieren.

Da Frauen generell und Frauen mit Migrationshintergrund besonders, leider immer noch häufig Opfer von verschieden Formen von Gewalt werden, möchten wir hier einen Safe-Space anbieten, in welchem Techniken erlernt werden können sich gegen physische Übergriffe aber auch gegen jegliche Form von Diskriminierung zu Wehr zu setzen.

Der Kurs wird von zwei Trainerinnen geleitet, die auf dem Gebiet sehr erfahren sind und sich gezielt auf die Bedarfe unserer Zielgruppe vorbereitet haben.

Dieser Kurs richtet sich natürlich ausschließlich an Frauen und Mädchen mit Migrationsgeschichte.

 

28. Januar 2024: Freies Sprechen und sicheres Auftreten (17:00 – 19:30)

In verschiedenen Projekten hat sich herausgestellt, dass viele Selbsthilfeaktive, im speziellen aber Menschen mit Migrationsgeschichte häufig Probleme damit haben im Arbeitskontext gehört zu werden bzw. sich Gehör zu verschaffen. Das kann natürlich viele Gründe haben. Ein ganz zentrales Problem ist aber das fehlende Selbstvertrauen der Betroffenen.

Deshalb bieten wir am 28. Januar einen Kurs für „Freies Sprechen und sicheres Auftreten“ für Menschen mit Migrationsgeschichte an. Hier wird eine erfahrene Trainerin verschiedene, einfache Techniken vermitteln, wie das eigene Auftreten verbessert werden und der Druck vor wichtigen Gesprächen oder Vorträgen abgebaut werden kann.

Häufig ist es nämlich ganz einfach, die eigenen Ängste und Sorgen abzulegen. Auch etwaige sprachliche Barrieren müssen kein Grund für Unsicherheiten sein.

 

7. Februar 2024: Die Patient*innenvertretung in Deutschland (17:00 – 19:30)

Die Selbstvertretung von Patient*innen ist ein wichtiger Bestandteil der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe. Diese sind als Expert*innen in eigener Sache zu betrachten und sind so extrem wichtig bei verschiedenen Fragen, die das deutsche Gesundheitswesen betreffen.

Da aber oft gar nicht klar ist, auf welchen Wegen Patient*innen sich überhaupt selber vertreten können, wollen wir im Rahmen des Projekts hier für etwas mehr Aufklärung sorgen.

Hierfür haben wir eine Referentin eingeladen, die selber nach Deutschland immigriert ist und für einige Jahre Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) war. Sie wird neben inhaltlichen Themen auch zeigen, welche Hürden es für sie, als Person mit Migrationsgeschichte gab, sich im deutschen Gesundheitssystem zurecht zu finden und natürlich auch, wie sie diese bewältigen konnte.

Wir wollen in diesem Kurs neben der Wissensvermittlung über das deutsche Gesundheitssystem zeigen, welche Wege es für Menschen mit Migrationsgeschichte gibt, sich darin zurecht zu finden und wollen den Teilnehmenden so möglichst viele Tipps mit an die Hand geben.

 

29. Februar 2024: Empowerment und Austausch über Diskriminierungserfahrungen (17:00 -19:30) 

Die meisten Menschen mit Migrationsgeschichte machen in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld, Erfahrungen mit verschiedenen Formen von Diskriminierung. Auch im Selbsthilfekontext kommt das leider immer wieder vor. Deshalb wollen wir in unserem vierten Kurs einen Safe-Space anbieten, in dem sich Betroffene über ihre Diskriminierungserfahrungen austauschen können.

Dieser Kurs wird von einer Trainerin geleitet, die selber betroffen ist und schon seit langem Empowerment-Kurse für Menschen mit Migrationsgeschichte anbietet. Hier wird also auch kein Mitarbeitender der BAG SELBSTHILFE anwesend sein.

Wir wollen mit diesem Angebot einen Raum bieten, in dem Gleichbetroffene in einem sicheren Umfeld miteinander sprechen können und idealerweise Strategien und Ideen entwickeln, schwierigen Situationen umgehen zu können.

Die Kurse finden alle in deutscher Sprache statt.

Es ist möglich, sich sowohl für einzelne Kurse als auch für die gesamte Kursreihe anzumelden.

Fakten auf einen Blick
Datum: 29.02.2024
Uhrzeit: 17:00 bis 19:30 Uhr
Ort:
online
Kosten:
kostenfrei