Wanderausstellung „Weil Vielfalt fetzt“ ist eröffnet

Seit dem 20. September ist die Wanderausstellung „Weil Vielfalt fetzt“ im Foyer des Hygienemuseum Dresden kostenlos zu bewundern.

Geschichte und Entstehung

Seit 2019 fahren Heike Engelien und Susanne Rößner im Rahmen der Social-Media-Kampagne „Gesichter der Inklusion“ durch Sachsen, interviewen und fotografieren Menschen mit und ohne Behinderung, die sich für Inklusion einsetzen. Mehr als 50 „Gesichter der Inklusion“ sind so inzwischen zusammengekommen. Es sind Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, pflegende Angehörige und Engagierte, die sich beruflich oder ehrenamtlich mit Inklusion beschäftigen.

Ausschnitte der Interviews haben die beiden gemeinsam mit Katja Rößner nun erstmals in einer Wanderausstellung zusammengefasst: Sie sind auf neun dreieckigen Aufstellern zu sehen, die seit dem 20.09.2022 im Foyer des Hygiene-Museums aufgebaut sind. Bis zum 30.10.2022 ist eine kostenlose Besichtigung möglich. Das Projekt mit dem Namen „Weil Vielfalt fetzt“ wird von Aktion Mensch gefördert.

Die Gesichter der Inklusion stehen stellvertretend für alle, deren Stimme weniger laut ist. Vieles von dem in der Ausstellung Geschilderten hat man als nicht betroffene Person kaum auf dem Radar. Deshalb soll die Wanderausstellung vor allem diejenigen erreichen, die bisher kaum oder gar keinen Kontakt mit Inklusion haben.

Die Wanderausstellung „Weil Vielfalt fetzt“

Die Ausstellung beinhaltet neben Porträts der Menschen, ausschlaggebenden Zitaten und Ausschnitten der Interviews auch Interaktionsmöglichkeiten. Ein Vibrationsfeld etwa, an dem man mit der Hand spüren kann, wie gehörlose Menschen die Schwingungen von Musik wahrnehmen, oder einen Mitschnitt von Florian Eibs Audiobeschreibungen.

Auf die Aufsteller passen nicht alle gesammelten Geschichten. Deshalb sind die dreiseitigen Säulen wendbar. Auf den verborgenen Innenseiten sind weitere Interviews zu finden. So können an verschiedenen Ausstellungsorten über die Zeit hinweg alle 50 Gesichter der Inklusion gezeigt werden, wenn auch nicht alle gleichzeitig.

Auch wenn die Zielgruppe der Ausstellung Menschen sind, die bisher kaum Berührungspunkte mit Inklusion haben, soll die Ausstellung so barrierearm wie möglich sein. So sind die Interviews auch als Flyer in einfacher Sprache für Nichtmuttersprachler oder Lerneingeschränkte vorhanden. Zu jedem Interview existiert ein QR-Code, der auf den Flyern und auf den Ausstellungswänden abgedruckt ist. Über diesen QR-Code gelangt man auf die Webseite und kann sich das Interview als Audioversion oder als Gebärdensprachvideo abrufen. Zudem können die Texte in Leichter Sprache oder Alltagssprache nachgelesen werden.


Eröffnungsfeier im Hygienemuseum

Zur feierlichen Eröffnungsveranstaltung am 20.09.2022 im Hygiene-Museum waren mehr als 100 Gäste vor Ort, darunter die Schirmherrin der Ausstellung Frau Staatsministerin Köpping und die Direktorin des Hygiene-Museums Frau Dr. Edenheiser. Beide hielten eine kurze Rede und untermauerten wie wichtig es ist, sich für Inklusion einzusetzen. Von Herrn Welsch, dem Landesbeauftragten für Inklusion der Menschen mit Behinderungen, wurde eine Videobotschaft gezeigt. Abgerundet wurde die Vernissage durch eine Tanzvorführung von Patricia Schramm und Daniel Pausch aus Auerbach. Sie sind das Gewinnerpaar der Tanzweltmeisterschaft im Rahmen der Special Olympics 2021. Unter den zahlreichen Gästen, die sich anschließend ein eigenes Bild von der Ausstellung machten, konnte man viele „Gesichter der Inklusion“ ausmachen. Sie waren mit ihren Familienangehörigen und Freunden da.

Auch das MDR Magazin „selbstbestimmt“ fand die Idee der Ausstellung „Weil Vielfalt fetzt“ so interessant, dass das Team um Martin Fromme am Eröffnungstag im Hygiene-Museum dabei war. Die Sendung, in der einige „Gesichter der Inklusion“ und ein Teil des Ausstellungsteams zu Wort kommen, wird am 09.10.2022 ausgestrahlt. Danach ist die Sendung in der Mediathek zu finden.
 

Weitere Orte und Termine

Nach dem 30. Oktober zieht die Wanderausstellung weiter, zunächst ins August-Horch-Museum in Zwickau, später ins Sächsische Museum der Archäologie in Chemnitz und ins Grassimuseum Leipzig.

Wer dafür keine Zeit findet, sollte der Website weilvielfaltfetzt.de einen Besuch abstatten und sich durch die Porträts klicken. Es gibt viel zu lernen. Zu „Weil Vielfalt Fetzt“ gibt es auch eine Begleitlektüre. Das gleichnamige Buch ist im Brimborium Verlag erschienen und beinhaltet eine Sammlung von Geschichten, Essays, Gedichten und Bildern von, mit und über Menschen mit Inklusionshintergrund.