27. Januar: Gedenken der Opfer nationalsozialistischer „Euthanasie“-Verbrechen

(BAG SELBSTHILFE, LAGSH, red. ahä) Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2026 erinnert unser Dachverband, die BAG SELBSTHILFE, an die Menschen mit Behinderungen, die im Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet, zwangssterilisiert und ermordet wurden. Diesem Gedenken schließt sich die LAG SH Sachsen an.

Die systematische Ermordung von Menschen mit Behinderungen, psychischen Erkrankungen und Pflegebedürftigen zwischen 1940 und 1945 markiert den Beginn der industriell organisierten Massenvernichtung im Nationalsozialismus. Historiker*innen gehen davon aus, dass bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs europaweit mehr als 300.000 Menschen im Rahmen des sogenannten „Euthanasie“-Programms ermordet wurden. Hinzu kommen rund 400.000 Menschen, die Opfer von Zwangssterilisierungen wurden.

Erinnerung als bleibende Verpflichtung

„Die nationalsozialistischen Verbrechen an Menschen mit Behinderungen sind Teil unserer Geschichte und dürfen niemals in Vergessenheit geraten. Erinnerung ist kein Rückblick, sondern eine dauerhafte Verantwortung, menschenverachtendem Denken und Handeln entschieden entgegenzutreten“, erklärt Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE.

Die Ausgrenzung und Entmenschlichung von Menschen mit Behinderungen waren zentrale Voraussetzungen für die nationalsozialistischen Gräueltaten. Ablehnung, Vorurteile und Diskriminierung ebneten den Weg für Entrechtung, Gewalt und Mord. Diese historischen Erfahrungen mahnen eindringlich, auch in der Gegenwart wachsam zu sein und die unteilbaren Menschenrechte zu verteidigen.

Vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung, wachsender rechtsextremer Tendenzen, steigender antisemitischer Vorfälle sowie der erneuten Infragestellung von Menschenrechten und stagnierender Inklusion ruft die BAG SELBSTHILFE dazu auf, sich aktiv für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft einzusetzen. Eine demokratische Gesellschaft lebt vom Respekt vor der Würde jedes Menschen und vom entschlossenen Eintreten gegen jede Form von Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit.

 

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