
Damit Wohnen selbstbestimmt bleibt: Mehr Barrierefreiheit für Neubau und Bestand
Am 10. und 11. September fand in Berlin die Bauministerkonferenz statt. Zu Gast waren auch Mitglieder der KBB, der Konferenz der Beauftragten aus Bund und Ländern für die Belange der Menschen mit Behinderungen. Ihr Thema war konkret die Förderung barrierefreien Wohnraums.
Momentan sind weniger als 2% der Wohnungen in Deutschland barrierefrei. Gleichzeitig steigt der Bedarf angesichts der alternden Bevölkerung. Barrierefreies Bauen wird oft mit höheren Kosten verbunden, doch eine Studie von Terragon und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund von 2017 zeigt, dass eine frühzeitige Planung von Barrierefreiheit nur ca. 1% Mehrkosten verursacht. Fehlende Barrierefreiheit kann hingegen wesentlich höhere Folgekosten verursachen.
Die KBB stellte fünf zentrale Forderungen auf:
- Barrierefreiheit verbindlich verankern: Barrierefreiheit soll als verbindliches Schutzziel in den Bauordnungen festgeschrieben und ihre Umsetzung auch tatsächlich geprüft werden.
- Rollstuhlgerechte Neubauten sichern: Bei Neubauten sollen Wohnungen nach dem R-Standard der DIN 18040-2 mit ausreichend großen Bewegungsflächen verbindlich berücksichtigt werden.
- Barriereabbau im Bestand fördern: Förderprogramme sollen Mieter, Eigentümer und Vermieter finanziell dabei unterstützen, bestehende Wohnungen barriereärmer zu gestalten.
- Barrierefreiheit systematisch erfassen: Ein einheitliches Gebäuderegister soll künftig auch Informationen darüber enthalten, welche Wohnungen barrierefrei und rollstuhlgerecht sind.
- Barrierefreies Bauen in der Ausbildung verankern: Barrierefreiheit soll verbindlicher Bestandteil der Ausbildung von Fachkräften in Architektur, Bau und Gestaltung werden, damit entsprechende Anforderungen von Anfang an mitgedacht werden.
Die vollständige Liste der Vorschläge der Beauftragten der KBB ist auf der Webseite der Sächsischen Staatskanzlei abrufbar.
Neben der Zukunftsplanung rund um barrierefreie Neubauten spielt also auch die Anpassung bestehenden Wohnraums eine wichtige Rolle: Barrierefreie Bäder, Treppenlifte oder die Beseitigung von Schwellen können den Verbleib im eigenen Zuhause erleichtern und ein selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen.
Für uns, die LAG Selbsthilfe Sachsen, ist die Wohnraumanpassung ein wichtiger Baustein für ein selbstbestimmtes Leben. Im Auftrag des Freistaates Sachsen beraten und unterstützen wir Menschen bei der Antragsstellung für das Förderprogramm Wohnraumanpassung und prüfen die jeweiligen Fördervoraussetzungen. Mehr Informationen dazu auf hier auf unserer Webseite: https://lag-selbsthilfe-sachsen.de/wohnraumanpassung/
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