#Digital.Mobil.Inklusiv – Fachtagung in der Stadtbibliothek Freital

(Pressemitteilung: Landratsamt Pirna, Red. KR) Der Senioren- und Behindertenbeirat des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hatte am 5. Mai 2026 – dem europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung – politischen Vertretern, Bürger- und Oberbürgermeistern sowie Entscheidungsträgern zu einem Fachtag unter dem Motto „Digitalisierung trifft Inklusion – Mobilität für alle (#Digital.Mobil.Inklusiv)“ eingeladen. Geladene Gäste trafen sich in Freital in der Stadtbibliothek, neben Landrat Michael Geisler waren darunter unter anderem der Landesinklusionsbeauftragte Michael Welsch, die Vorsitzende des Senioren- und Behindertenbeirates Marlies Kunath, die Behindertenbeauftragte des Landkreises Lydia Schmid und Gastgeberin und Leiterin der Stadtbibliothek Julia Hamann.

Landrat Michael Geisler eröffnete den Fachtag mit einem Einblick in die demografische Entwicklung des Landkreises und verwies auf die zunehmend alternde Bevölkerung: „Ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen sind grundsätzlich offen für Veränderungen, bringen jedoch spezifische Bedürfnisse mit, um gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit die fortschreitende Digitalisierung unterstützend wirken und durch digitale Lösungen Barrieren abbauen kann. Dabei gilt es, sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen der digitalen Welt zu reflektieren, um soziale Teilhabe und Integration umfassend zu ermöglichen.“

In praktischen Selbsterfahrungsübungen mit Rollstuhl, mit Brillen, die eine Sehbeeinträchtigung simulieren, oder mit dem Alterssimulationsanzug GERT ergaben sich für die Teilnehmer neue Erkenntnisse und Sichtweisen. Im zweiten Teil des Fachtages wurden diese Erfahrungen in einer Podiumsdiskussion ausgetauscht. Frau Köpferl von der TU Chemnitz berichtete von ihrer interdisziplinären Forschung zwischen Informatik und Sozialwissenschaften. Ihrer Ansicht nach bietet die Digitalisierung eine große Chance und fördert die Selbstständigkeit des Individuums, wohlwissend, dass neben den zunehmenden digitalen Angeboten auch Angebote vor Ort – zwischen Mensch und Mensch – bestehen bleiben müssen. Zum Abschluss des Fachtages wurden die vorläufigen Ergebnisse einer dem Fachtag vorausgegangenen Befragung zum Thema „Umgang mit digitalen Lösungen im öffentlichen Nahverkehr“ vorgestellt.

Die Ergebnisse der Umfrage sind keinesfalls repräsentativ, zeigen aber eine Tendenz und geben wertvolle Hinweise an die Entscheidungsträger:

  • Insgesamt gingen 172 ausgefüllte Fragebögen ein. Online beantworteten 48 Personen die Fragen, 124 Personen füllten den Fragebogen in Papierform aus. Dies entspricht 79,1 % der insgesamt eingereichten Bögen.
  • Die meisten Teilnehmer waren mindestens 60 Jahre alt, außerdem beantworteten Personen im Alter von 18 bis 39 Jahren umfangreich den Fragebogen.
  • 59,0 % der Teilnehmer haben eine Behinderung, 37,0 % haben keine Behinderung und 4,0 % trafen dazu keine Aussagen.
  • Die meisten Fragebögen wurden in Pirna, in Dippoldiswalde und in Lohmen ausgefüllt.

Eine Zwischenpräsentation der Ergebnisse erfolgt im nächsten Senioren- und Behindertenbeirat am 26. Mai 2026, die ausführliche Auswertung wird zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht. Der Senioren- und Behindertenbeirat bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich die Zeit für das Ausfüllen des Fragebogens genommen haben und bei allen Teilnehmern des Fachtages.

Bildnachweis: Landratsamt Pirna

Bildtext: Trotz Sehbehinderung: Fokus und Teamgeist beim Becherwerfen. Im Vordergrund sitzt im Rollstuhl Michael Welsch, Landesinklusionsbeauftragter von Sachsen, Lars Wurzler, Mitglied des sächsischen Landtags, Markus Dreßler, Bürgermeister Pirna, Katja Rößner, Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e. V., Landrat Michael Geisler und in Aktion Sven Gleißberg, Bürgermeister Glashütte